Erste Ergebnisse des Symposiums in Kurzfassung

von (Kommentare: 0)

Chorarbeit muss einen festen Platz an Schulen erhalten

120 Chorleiter aus Schulen, Musiklehrer, Wissenschaftler und Vertreter von Verbänden erarbeiteten Handlungskatalog auf »1. Symposium Sächsische Schulchöre«

Chorarbeit muss endlich einen festen Platz an unseren Schulen finden. Dafür müssen Politik, Gesellschaft und Wissenschaft die Rahmenbedingungen schaffen. 120 Chorleiter aus Schulen, Musiklehrer, Wissenschaftler, Vertreter von sächsischen Staatsministerien und Institutionen diskutierten am zurückliegenden Wochenende an der Hochschule für Musik Dresden über die Situation von Schulchören in Sachsen. In einem Handlungs- und Forderungskatalog werden die Ergebnisse des »1. Symposiums Sächsische Schulchöre« nun zusammengefasst. »Wir werden diesen Katalog an die sächsische Politik, die Fachpolitiker im neuen Sächsischen Landtag, an die zuständigen Ministerien und das Sächsische Landesamt für Schule und Bildung weiterreichen«, erklärte Olaf Katzer, Professor für Chormusik an der Hochschule für Musik Dresden, nach Abschluss des dreitägigen Symposiums. Ein Exemplar wird auch direkt an Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer gehen. »Wir freuen uns, dass er sich zum Auftakt unseres Symposiums auch in Zeiten einer Digitalisierungsoffensive an Sachsens Schulen an einer hohen Qualität der Schulchorarbeit interessiert zeigte.« Sachsens Ministerpräsident sagte den Akteuren des Symposiums zudem zu, eine längst überfällige qualitative und quantitative Evaluierung der Chorarbeit an Sachsens Schulen mit zu befördern.

»Schulchorarbeit ist ein künstlerischer Prozess mit einer hohen ästhetischen Qualität«, fasst Professor Olaf Katzer die Essenzen des »1. Symposiums Sächsische Schulchöre« zusammen. »Dieser Wert muss in Gesellschaft, Politik und Wissenschaft erkannt, deutlich gemacht und verankert werden. Dafür muss die Chorarbeit quantitativ und qualitativ nachhaltiger im Bildungskanon und mit der gleichen Wertigkeit wie die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) im Schulalltag platziert werden.« Die Teilnehmer des Symposiums artikulierten sich klar dagegen, dass Chorarbeit einzig als Ganztagsangebote (GTA) an den Schulen stattfinden dürfe. Chorarbeit müsse parallel zum Musikunterricht fest in die Stundentafeln integriert werden. In Ganztagsangeboten könnten ergänzen, so mit Stimmbildung und Korrepetition. »Vielen Musiklehrern fehlt inzwischen angesichts der Überreizung ihres Stundendeputats die Kraft und Zeit, zusätzlich einen Chor an der Schule zu leiten. Diese Lehrer, die ihre Liebe zur Musik zum Beruf gemacht haben und den Wert der Musik gern an junge Generationen weitergeben wollten, sind zunehmend frustriert«, so Olaf Katzer. »Schulchorarbeit braucht die Verbindlichkeit von Raum und Zeit für diese Lehrer, um eine Beständigkeit und Kontinuität für die Schulchöre zu sichern. Ansonsten geht das Schulchorsterben in Sachsen weiter.« Insbesondere in den Schulen auf dem Land, aber auch in den Städten müsse gewährleistet werden, dass Schülerinnen und Schülern das Singen im Schulchor möglich gemacht wird.

Die TeilnehmerInnen des Symposiums forderten weiterhin eine fachspezifische Fort- und Weiterbildung für Quereinsteiger, eine Etablierung eines Referenten für schulische Chorarbeit in den zuständigen Ministerien und eine Grundevaluierung des Schulchorwesens im Freistaat Sachsen. Den sächsischen Musikhochschulen müsste seitens der zuständigen Ministerien stärker als bisher ermöglicht werden, das Thema Schulchor wissenschaftlich und die Aus- und Fortbildung der Chorleiter und Musiklehrer fachlich zu begleiten. Gefordert wird ebenso eine Studienzeitverlängerung im Lehramt Grundschule von vier auf fünf Jahre sowie die Einbeziehung der Schulleiterkonferenz in das Thema. Aus dem Symposium heraus wurden ein »Sächsisches Schulchornetzwerk« und diverse Foren initiiert, um die Initialzündung des Symposiums weiterzutragen.

Über 300 Schülerinnen und Schüler aus sieben Schulchören zeigten mit ihren Auftritten zur festlichen Eröffnung des Symposiums und in zwei Gesprächskonzerten, welche engagierte Arbeit Chorleiter und Musiklehrer in Sachsen erbringen und in welch hoher Qualität, mit wie viel Freude sächsische Schulchöre ihre Liebe zur Chormusik leben.

Das Symposium war eine groß angelegte Zusammenarbeit zwischen verschiedensten Institutionen - der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden, dem Sächsischen Musikrat, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, dem Sächsischen Chorverband e.V., dem Bundesverband Musikunterricht, Landesverband Sachsen, dem Netzwerk Musikalische Nachwuchsförderung, dem Verband Deutscher Konzertchöre und dem Landesamt für Schule und Bildung. Die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange, und der Sächsische Staatsminister für Kultus, Christian Piwarz, übernahmen die Schirmherrschaft für das »1. Symposium Sächsische Schulchöre«.

Zurück